Wenn eine Kommune einen KI-Chatbot einführen will, fängt sie oft bei null an. Dabei hat vielleicht eine andere Behörde genau dieses Problem längst gelöst, nur wusste bisher niemand davon.
Genau hier setzt der Marktplatz der KI-Möglichkeiten an, kurz MaKI. Die Plattform des Bundes ist seit Januar 2025 online und bindet seither auch Länder und Kommunen ein. Wir haben uns angeschaut, was dahintersteckt und wie Kommunen einsteigen können.
MaKI steht für Marktplatz der KI-Möglichkeiten. Entwickelt hat die Plattform das Beratungszentrum für Künstliche Intelligenz, das gerade im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung aufgebaut wird, abgestimmt mit allen anderen Bundesministerien. Seit Ende Januar 2025 ist sie unter kimarktplatz.bund.de erreichbar.
Im Kern ist MaKI ein Register für Künstliche Intelligenz in der Verwaltung. Behörden tragen dort ein, welche KI-Systeme sie einsetzen oder planen. Auf einem öffentlichen Dashboard sieht jeder, wie viele Systeme bereits erfasst sind, ganz ohne Anmeldung.
Einzelne Einträge lassen sich im Transparenzregister und als Steckbriefe nachlesen, ebenfalls frei zugänglich und durchsuchbar.
Ursprünglich war MaKI nur für die Bundesverwaltung gedacht. Der IT-Planungsrat hat aber beschlossen, testweise auch Länder und Kommunen einzubinden. Diese Pilotierung läuft seit dem ersten Quartal 2025.
Der eigentliche Mehrwert liegt in der Nachnutzung. Wer im Transparenzregister recherchiert, sieht, welche Behörden ein vergleichbares System bereits einsetzen oder planen, und kann direkt Kontakt aufnehmen. Das spart Zeit und bündelt Ressourcen, statt dass mehrere Kommunen unabhängig voneinander dieselbe Lösung bauen.
Für Verwaltungsmitarbeitende, die intern für den Einsatz von KI werben, liefert der Blick auf bereits umgesetzte Projekte anderer Behörden eine handfeste Argumentationshilfe.
MaKI hat auch einen regulatorischen Hintergrund. Ab August 2026 gelten mit der europäischen KI-Verordnung Transparenzpflichten für bestimmte KI-Systeme der öffentlichen Verwaltung. Mit seiner Transparenzdatenbank setzt der Bund einen Teil dieser Pflichten schon jetzt um, ein Thema, das auch für Kommunen wichtig wird, sobald die Verordnung greift.
Dashboard, Transparenzregister und Steckbriefe kann sich jeder ohne Anmeldung ansehen. Wer als Verwaltung ein eigenes KI-System einträgt, muss sich registrieren. Dafür gibt es zwei Rollen: Projekt-Admins tragen Systeme ein und aktualisieren sie, Gruppen-Admins geben diese Eintragungen für die eigene Kommune frei.
Bei der Registrierung verzichtet MaKI komplett auf personenbezogene Daten. Statt einer persönlichen dienstlichen Adresse braucht es ein Funktionspostfach, damit der Zugang auch bei einem Personalwechsel erhalten bleibt.
MaKI macht vor allem eines sichtbar: was in der Verwaltung längst existiert. Und das ist oft der größere Hebel als jede neue Entwicklung. Ein Blick auf die Plattform lohnt sich, sei es für Inspiration bei einem eigenen Projekt oder um selbst sichtbar zu werden für Kommunen, die vor derselben Frage stehen.
Zu der Plattform: kimarktplatz.bund.de