Nach der Potenzialanalyse folgt der nächste Schritt im Projekt “KI_Hub Kommunal”: ein geschütztes Reallabor, in dem gerade drei Anwendungsfälle unter echten Bedingungen getestet werden. Was sich bewährt, soll am Ende weit über das Projekt hinaus nützlich sein.
Wo hilft Künstliche Intelligenz im Jobcenter-Alltag wirklich, und wo eher nicht? Dieser Frage geht der “KI_Hub Kommunal” nach, ein Projekt, in dem sich mehrere hessische kommunale Jobcenter zusammengetan haben, um genau das herauszufinden. Den Anfang machte eine Potenzialanalyse: Monatelang wurde untersucht, wo im Arbeitsalltag am meisten Zeit verloren geht und wo KI wirklich unterstützen könnte (mehr dazu in unserem früheren Beitrag). Aus den Ergebnissen ist eine Liste vielversprechender Anwendungsfälle entstanden, im Projekt auch Use Cases genannt. Seit Mitte Juni werden die ersten davon nicht mehr nur besprochen, sondern ausprobiert.
Reallabor klingt nach Technik, ist im Kern aber etwas ziemlich Einfaches: ein Ort, an dem ausprobiert werden darf. Reallabor-Teams testen dort KI-Anwendungen an echten, anonymisierten Fällen aus dem Arbeitsalltag. Geht dabei etwas schief, hat das keine Folgen für den laufenden Betrieb. So kann sich zeigen, was tatsächlich funktioniert, bevor irgendwo eine größere Entscheidung ansteht.

Getestet wird in Sprints, kurzen Arbeitsphasen von zwei bis vier Wochen. Am Ende eines Sprints hält jedes Team fest, was funktioniert hat und was nicht, bevor die nächste Runde beginnt. Aktuell laufen drei Sprints parallel, für drei unterschiedliche Anwendungsfälle.
Ein Team prüft, ob sich die Vollständigkeit eingereichter Unterlagen automatisiert erkennen lässt, damit nicht mehr so oft telefonisch oder schriftlich nachgehakt werden muss. Das zweite baut an einem internen Chatbot, der Mitarbeitende bei fachlichen Detailfragen direkt unterstützen soll. Der dritte testet, wie KI bei der Übergabe von Fällen zwischen Vermittlung und Leistung helfen kann, damit wichtige Informationen dabei nicht verloren gehen. Jedes Team organisiert sich selbst und entscheidet eigenständig, wie es zu seinem Ergebnis kommt.
Die technische Ausstattung des Reallabors steht im Jobcenter “Neue Wege” im Kreis Bergstraße, das im Projekt auch die fachliche Steuerung übernimmt. Gearbeitet wird trotzdem nicht an einem Ort. Die drei Teams setzen sich aus Mitarbeitenden der beteiligten Jobcenter zusammen und tauschen sich auch digital aus, ganz flexibel.
Der Grund für die kurzen Testphasen ist einfach: KI-Werkzeuge verändern sich schnell, schneller, als sich ein klassischer Projektplan über Monate hinweg festlegen lässt. Kurze Runden halten den Aufwand überschaubar, bis klar ist, ob sich der Einsatz eines Tools wirklich lohnt.
Jeder Laborbericht endet mit einer klaren Antwort: Lohnt sich der Einsatz eines Tools auch anderswo, oder eben nicht. Diese Antworten sollen nicht in Heppenheim bleiben. Der "KI_Hub Kommunal" veröffentlicht diese Ergebnisse öffentlich, als Laborberichte im Downloadbereich der Projektwebsite und als Beiträge im News-Bereich , damit auch weitere Kommunen und Organisationen davon profitieren können.
Die ersten Laborberichte werden in den kommenden Wochen erwartet. Im September kommt das gesamte Reallabor-Team noch einmal zusammen und stellt sich gegenseitig vor, was in den drei Gruppen herausgekommen ist. Wir berichten weiter, sobald es Neues gibt.
Mehr zum "KI_Hub Kommunal" gibt es auf der Projektwebsite. Wie die Potenzialanalyse im Detail aussah, können Sie in unserem Blogbeitrag lesen.
Der "KI_Hub Kommunal" wird vom Land Hessen im Rahmen des Förderprogramms „Starke Heimat Hessen“ ermöglicht.